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„Staatlich verordnete Kindesmisshandlung“

Die Weichen sind falsch gesetzt: Grundschule in Bayern
Die Weichen sind falsch gesetzt: Grundschule in Bayern

Wer wie ich ein Kind hat, das dazu verdonnert ist, in diesem Jahr die dritte Klasse der Grundschule in Bayern besuchen zu müssen, wird – mit einer Mordswut im Bauch – Manfred Mundel, dem Rektor der Grundschule in Waging am See zustimmen, der heute in der Süddeutschen Zeitung (SZ vom 16./17.5.2012, S. 51) das derzeit abverlangte Arbeitspensum der Drittklässler als „staatlich verordnete Kindesmisshandlung“ bezeichnete. Das sehe ich als grundschulfrustrierter Vater ganz genau so. Gestern wurde den Schülern der 3. Klasse der sog. „Vera“-Test zugemutet, ein Mathetest, der 60 Minuten dauerte. PISA-Drill in Reinkultur also. Und die Tests reißen ja damit nicht ab, sondern prasseln in den anderen Fächern weiter auf die Kinder ein.

Die Grundschule in Bayern verlangt den Schülern mehr ab als die weiterführende Schule

Während mein Sohn, frisch der Grundschultortur entwachsen und nun Realschüler, nun nur noch durchschnittlich 20 Min. täglich mit Hausaufgaben verbringt, sitzt meine Tochter in der 3. Klasse durchschnittlich mehr als eine Stunde länger – zusammen mit einem Elternteil versteht sich, denn ein Gutteil der Lehrleistung in der Grundschule wurde ja in Bayern erfolgreich an Eltern runterdelegiert.

Ich bin eigentlich früher als Kind immer gern in die Schule gegangen. Mir tut es in der Seele weh, wie systematisch meinen Kindern in der Grundschule die Freude am Lernen aus getrieben wurde und wird.

Der bayerische Grundschulzug rollt – mit Karacho in die falsche Richtung.

Links:

https://www.schulradar.de/forum/bayern/leistungsdruck-in-der-grundschule

https://www.infranken.de/nachrichten/bayern/Harry-Potter-Alternativen-fuer-das-bayerische-Schulsystem;art179,275036

Beitragsbild „Playing in the sand“: Avolore, flickr.com, lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 2.0 Generic Lizenz.

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