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ubuntu 19.04: „Krumme“ Skalierung für HiDPI Monitore

Wer wie ich ein Notebook mit höher auflösendem Monitor besitzt und Linux nutzt, freut sich dass das neue GNOME 3.32 eine neuartige (experimentelle) Skalierung für diese Monitore mit sich bringt. Denn damit sind weitere Skalierungsmöglichkeiten jenseits der üblichen 100%- oder 200%-Skalierung erlaubt.
Aktuell nutzen ubuntu 19.04 „Disco Dingo“ und Fedora 30 Workstation unter Wayland und X11 dieses neue Feature. In diesem Artikel möchte ich kurz beschreiben, wie man etwa eine „krumme“, also etwa eine 125%- oder 150%-Monitor-Skalierung unter ubuntu 19.04 mit GNOME 3.32+ in Wayland- und X11-Sitzungen (voreingestellter Standard bei ubuntu) aktivieren kann.

ubuntu-Standard: Übergroße Schrift oder mikroskopisch klein

Mein Matebook von Huawei (übrigens ein für Linux exzellent geeignetes Ultrabook, weil sämtliche Hardware „out of the box“ unterstützt wird) hat eine native Auflösung von 2160×1440 Pixeln. Das Ganze in einem für heutige Notebooks inzwischen selten gewordenen Darstellungsverhältnis von 3:2. Unter Fedora 30 wie unter ubuntu 19.04 führt eine Monitor-Skalierung von 100% zwar zu sehr viel Platz auf dem Desktop, aber die Schrift wird leider mikroskopisch klein.
In den Gnome-Systemeinstellungen –> Geräte –> Anzeigegeräte wird außer einer 100%-Skalierung standardmäßig nur noch eine 200%-Skalierung angeboten. Letztere führt jedoch zu übergroßen Schriften und die Fenster werden zum Teil so groß, dass sie über den sichtbaren Bildschirmrand hinausgehen.

Skalierung richtig

Ideal für das Matebook wäre eine Skalierungsmöglichkeit von ca. 150%. Um die Unterstützung für solch „krumme“ Bildschirmmodi zu aktivieren, gibt man in einem Terminal mit root-Rechten folgenden Befehl ein, wenn der Rechner Gnome mit Wayland nutzt:

Eingabe wernn Wayland läuft

Hier zum kopieren:

gsettings set org.gnome.mutter experimental-features "['scale-monitor-framebuffer']"

Wenn der Rechner Gnome mit X11 nutzt – das ist der Standard unter ubuntu – dann aktiviert folgender Befehl das experimentelle aber stabil laufende Feature:

Eingabe wenn die Standard-Sitzung unter X11 läuft

Hier zum Kopieren:

gsettings set org.gnome.mutter experimental-features "['x11-randr-fractional-scaling']"

Nach einem Reboot ergeben sich in den Einstellungen der Anzeigegeräte neue Darstellungsoptionen:

Neue Bildschirmmodi erfolgreich aktiviert

Unter ubuntu besser: Wayland nutzen

Es ist erwähnenswert, dass die Verwendung von „krummen“ Skalierungsmodi unter X11 Auswirkungen auf die CPU- und GPU-Auslastung und somit auf die Batterieleistung haben kann. Die einzige Lösung besteht derzeit darin, statt X11 eine Wayland-Sitzung zu verwenden. Unter Fedora 30 ist dies die Standardlösung, die einen eleganten Eindruck macht, weil das berüchtigte „Flackern“ beim Umschalten auf den Desktop wegfällt.

Übrigens: wenn man die Einstellungen für den Monitor wieder auf die Standard-Einstellungen zurücksetzen möchte, hilft in beiden Fällen, also bei Wayland und unter X11, folgender Befehl:

gsettings reset org.gnome.mutter experimental-features

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