ubuntu: Nautilus durch Nemo ersetzen

By: Sam Howzit
Beitragsbild „Nautilus“ von: Sam Howzit, flickr.com, lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 2.0 Generic Lizenz.

Wer sich wie ich darüber geärgert hat, dass die aktuelle ubuntu-Version mit einem in seinen Funktionen deutlich eingeschränkten Dateimanager Nautlius 3.6 aufwartet, wird sich schnell nach Alternativen umsehen. Denn die Einstellmöglichkeiten von Nautilus, der nun „Dateien“ heißt, sind derart beschnitten worden, dass mir das Arbeiten damit keinen Spaß mehr macht. Besonders die fehlende geteilte Ordneransicht („Dual pane“), die in Version 3.4 noch da war, finde ich persönlich extrem unpraktisch.

Nemo als Ersatz für Nautilus
In Aktion: Nemo als Ersatz für Nautilus

 

Zum Glück geht das anderen auch so: Das Mint-Projekt hat einen „Fork“ von Nautilus herausgebracht und „Nemo“ getauft. Nemo ist seit ubuntu 13.04 offiziell in den Paketquellen referenziert, so dass man den Dateimanager mit den vermissten Features jetzt einfach mittels

sudo apt-get install nemo

installieren kann.

Nemo, übernehmen Sie…

Wer Nemo dauerhaft nutzen möchte, muss diesen zum Standarddateimanager unter Unity machen. Dazu muss zuerst das Handling des Desktops durch Nautilus gestoppt werden. Das erreicht man mit diesem Befehl, den man in ein Terminalfenster eingibt:

xdg-mime default nemo.desktop inode/directory application/x-gnome-saved-search

Danach kann ich Nemo – immer noch per Terminal-Befehl – anweisen, den Desktop komplett zu übernehmen:

gsettings set org.gnome.desktop.background show-desktop-icons false
gsettings set org.nemo.desktop show-desktop-icons true

Desktop-Icons loswerden

Danach sollte soweit alles klar sein. Eventuell sind jedoch plötzlich Desktop-Icons sichtbar, deren Sichtbarkeit vorher abgeschaltet war. Komfortabel lassen sich diese Icons wieder loswerden, in dem man über das ubuntu-Dash den donf-editor aufruft. Die Einstellungen sind etwas versteckt:

dconeditor für Nemo-Einstellungen

Man geht – wie auf dem Screenshot zu sehen – links zum Unterpunkt org→nemo→desktop und schaltet die Icon-Anzeige für „Computer“, „Home“ und „Trash“ aus, indem man den Haken vor dem entsprechenden Wert abwählt.

dconfeditor für Nemo

Wichtig: die Häkchen bei „show-desktop-icons“ und „volumes-visible“ sollten bleiben, sonst kann man den Desktop als Zugriffsfläche für dort abgelegte Lufwerke, Ordner, Apps oder Links nicht mehr benutzen!