Am Ende doch: mein Nexus S jetzt mit Android 4.04

Google Nexus S mit Android 4.0.4
Funktionierendes Update erst Mitte April 2012: Google Nexus S mit Android 4.0.4

Das Nexus S: Ein Grund, warum ich mir im vergangenen Sommer das (schon damals nicht mehr so ganz taufrische) Google Smartphone zugelegt hatte, war neben dem günstigen Preis die Aussicht, Google würde die eigenen Entwicklerhandys jeweils zügig mit Updates versorgen. Mit meinem vorigen HTC Legend Phone hatte ich da ganz andere Erfahrungen gemacht und es als ärgerlich empfunden, mit einem Handy von Systemupdates ausgeschlossen zu sein, das hardwareseitig eigentlich noch ganz gut mithalten konnte und mir von der Verarbeitung und vom Handling her auch immer sehr gut gefiel. Von einem Google-Handy, damals bestückt mit Android 2.3.7, erhoffte ich mir da bessere Unterstützung.

Android Update-Grusel mit Google

Im Herbst vergangenen Jahres geisterten bereits Gerüchte durchs Netz, das Update auf Version Android 4.0 Ice Cream Sandwich stünde für das Google Nexus S kurz bevor und würde nach und nach „over the air“ ausgerollt werden. Mitte Dezember 2011 war dann mein Nexus-Exemplar anscheinend an der Reihe: das Display meldete „System-Update verfügbar. Wollen Sie es installieren?“.

Nach kurzer Bestätigung legte das Update los und lud die neue Android-Version herunter … um dann nach etwa der Hälfte der Installation kommentarlos abzubrechen. Nun bin ich nicht der Typ, der ständig auf Fortschrittsbalken schaut, und dachte zuerst, ich hätte die Erfolgsmeldung des Updates einfach nicht mitbekommen. Doch ein Neustart offenbarte, dass gar kein Update auf dem Phone angekommen war. Es meldete weiterhin: Android Version 2.3.7.

Immerhin war mein Handy ohne Einschränkungen brauchbar, das abgebrochene Update hatte es nicht in ein Update-Koma versetzt. Ein bisschen gruselig fand ich aber das missglückte Prozedere schon.

Nexus S-Update war buggy

Ein bisschen Nachforschen im Netz bewies, dass ich immerhin mit diesem Abenteuer nicht allein war, viele Nexus S Nutzer waren betroffen. Andere hingegen hatten das vollständige Update bekommen oder händisch noch einmal heruntergeladen und selbst installiert. Und diese Nexus-Nutzer lieferten auch den Grund, warum Google den Update-Prozess so radikal abgebrochen hatte: die neue 4er Version von Android reagierte auf dem Nexus S sehr, sehr buggy. Vor allem die Akku-Leistung ließ mächtig nach, die CPU lief mit Hochlast.

Da konnte man sich schon ein wenig fühlen wie ein Teilnehmer an einem Beta-Testing-Programm, denn Google ließ verlauten, man wolle erst einmal das Feedback der Nutzer auswerten, und dann die restlichen Geräte schnell mit dem (verbesserten) Update versorgen. Und „Schnell“ hieß in diesem Zusammenhang eiegntlich: glatte 4 Monate später.

Android 4.0.4 läuft jetzt rund

Nexus S mit Android 4: Eleganter Lockscreen
Nexus S mit Android 4: Eleganter Lockscreen

Mitte April war es dann soweit: Seit einer Woche werkelt nun auf meinem Nexus S Android in der Versionsnummer 4.0.4. Der Akku hält genau so lange wie unter der Android-Vorgänger-Version je nach Gebrauch zwischen einem Tag und eineinhalb Tagen. Das System lässt sich flott und zügig bedienen, der Screen reagiert z.B. beim Scrollen sehr flüssig. An die wenigen Design-Veränderungen kann man sich schnell gewöhnen, wenn ich auch die 4er Version generell nicht so als den großen Design-Entwurf emfinde. Von meinem alten Launcher (Launcher Pro) musste ich mich verabschieden, er war inkompatibel. Die für mich auffallendste Überraschung waren die Google-Apps selbst: Mail- und Kamera-App z.B. oder auch die Kalender-App sehen nicht nur deutlich besser aus, sondern sind vom Funktionsumfang her auch deutlich besser geworden. Etwas nervig finde ich, dass auf den fünf Startscreens jeweils oben in fester Position eine Google-Suchleiste montiert ist, die man leider auch nicht von dort entfernen kann (jedenfalls habe ich noch keine Möglichkeit entdeckt – Tipps willkommen).

Mein Fazit

Nach all dem Hin und Her fühle ich mich schon so ein bisschen, als würde ich unfreiwillig als Versuchskaninchen am Google-Nexus-Projekt teilnehmen. Andern Herstellen kann man sicher vorwerfen, sie scheuten in den meisten Fällen die Update-Arbeit ihrer angepassten Android-Versionen vor allem an ihren mittel- und geringerpreisigen Modellen. Aber Google sollte es doch eigentlich besser machen können.

Andererseits: diese ganze Update-Hype ist meiner Meinung nach ziemlich überzogen. Wirklich „wichtig“ ist das Update auf die 4er Version vermutlich nicht. Höchstens für Leute, die gerne technisch auf dem neuesten Stand und immer gerne vorne mit dabei sind.

Leider gehöre ich dazu.